Handyroman

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Autor

Oliver Bendel wurde 1968 in Ulm geboren. Nach dem Studium der Philosophie und Germanistik (M.A.) sowie der Informationswissenschaft (Dipl.-Inf.-Wiss.) an der Universität Konstanz und ersten beruflichen Stationen erfolgte die Promotion im Bereich Wirtschaftsinformatik an der Universität St. Gallen (Dr. oec.). Bendel arbeitete in Deutschland und in der Schweiz als Projektleiter im Bereich Neue Medien und leitete technische und wissenschaftliche Einrichtungen an Hochschulen. Heute lebt er als freier Schriftsteller in der Schweiz und arbeitet als Professor an der Hochschule für Wirtschaft (Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW).

Lyrik und Prosa

Oliver Bendel veröffentlichte als Jugendlicher einzelne Gedichte und Kurztexte und las aus seinen Texten im süddeutschen Raum, etwa bei Veranstaltungen in Ulm (Theater im Fundus, Club Orange, Teehaus), Herrlingen (Haus unterm Regenbogen) und Stuttgart. Er wurde über zwei Jahre von Roman Hocke, Lektor und Freund von Michael Ende, betreut. Bendel erhielt mehrere Literaturstipendien, u.a. eine finanzielle Zuwendung vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V.

Ab 2004 publizierte Bendel wieder Gedichte, in der Zeitschrift neue deutsche literatur (ndl) und in seinem Gedichtband "Die Stadt aus den Augenwinkeln" (Alkyon Verlag). Zudem begann er mit dem Schreiben von Romanen. Sein Prosawerk wird vom Leipziger Literaturverlag (vormals ERATA Literaturverlag) betreut und umfasst Romane wie "Nachrückende Generationen" (2007) und "Künstliche Kreaturen" (2008, Kandidat für den Deutschen Buchpreis 2008). "Nachrückende Generationen" erschien zur Leipziger Buchmesse 2009 als Hörbuch, gesprochen vom Schauspieler Johannes Gabriel. Im August 2009 ist der in Dresden spielende Roman "Verlorene Schwestern" herausgekommen, in dem eine fliegenartige Drohne ("la mouche") und ein ehemaliges Mundmodell ("la bouche") die Hauptrollen spielen. "Das Mädchen aus Venedig" von 2011 ist Bendels erstes Buch in der Kindle-Edition und der erste deutschsprachige Roman, in dem der amerikanische Maler John S. Sargent eine wichtige Rolle spielt.

Bendel verfasst nicht nur klassische Romane, sondern ist seit 2007 auch einer der wenigen Handyromanautoren in Europa. 2007 erschien "Lucy Luder und der Mord im studiVZ" als PDF für Computer und Handys. Anfang 2008 kam mit der cosmoblonde GmbH eine Kooperation für diesen Roman zustande. 2008 brachte der Wiener Verlag Blackbetty die Handyromane "Lucy Luder und der Mord im studiVZ" und "Lucy Luder und die Hand des Professors" heraus, Anfang 2009 folgten im selben Verlag "lonelyboy18" und "Handygirl - Part I", Ende 2009 "Handygirl - Part II", Ende 2010 "Handygirl - Part III", im Februar 2011 "Lucy Luder und der Schrei des Muezzins". In den Medien erschienen über 100 Beiträge über Bendels experimentell ausgerichtete Handyliteratur.

Wissenschaftliche Publikationen

Oliver Bendel ist Experte in den Bereichen E-Learning, Wissensmanagement, Social Media, Mobile Business sowie Informationsethik und Maschinenethik. Er hat seit dem Jahr 2000 viel zitierte und verwendete E-Learning-Definitionen entwickelt und 2001 den bis heute existierenden "Newsletter E-Learning" der Universität St. Gallen gegründet. Seit 1998 sind etwa 250 Fachbeiträge entstanden, darunter verschiedene Bücher wie "Die Mondlandung des Internet" (unter Federführung von Rainer Kuhlen; Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1998), "E-Learning im Unternehmen" (mit Andrea Back und Daniel Stoller-Schai; Orell Füssli Verlag, Zürich 2001), "E-Learning: Das Wörterbuch" (mit Stefanie Hauske; Sauerländer Verlage, Oberentfelden/Aarau 2004), "Die Rache der Nerds" (UVK, Konstanz 2012) mit Gedanken und Geschichten zur Informationsethik, "300 Keywords Informationsethik" (Springer Gabler, Wiesbaden 2016) zu Informationsethik und Maschinenethik sowie "Die Moral in der Maschine" (Heise Medien, Hannover 2016) über moralische Maschinen. Besonderes Interesse zeigt er gegenüber sprachwissenschaftlichen und philosophischen Themenstellungen; er untersucht die Veränderung der Sprache im Bereich der Neuen Medien und äußert sich kritisch zu Phänomenen des Web 2.0. Ein Spezialforschungsgebiet ist die Idee der künstlichen Kreatur von der Antike bis heute.