Dada

100 Jahre

Das Dada-Projekt

Zürich feierte 2016 mit der Welt 100 Jahre Dada. Ein Projekt, das von dem Geburtshaus des Dadaismus, dem Cabaret Voltaire in Zürich, im Jahre 2010 gefördert wurde, war ein Handyroman des Romanciers und Lyrikers Oliver Bendel, der in Ulm geboren wurde und in Zürich lebt. Gegen eine Summe von 1000 Franken, die später wegen Geldknappheit auf einen symbolischen Betrag reduziert wurde, kaufte sich die traditionsreiche Institution über ihren Kurator Philipp Meier ein. Im dritten Band der Lucy-Luder-Serie („Lucy Luder und der Schrei des Muezzins“) musste, so die Vereinbarung, der Dadaismus thematisiert werden. In die Geschichte, die in Marrakesch spielte und in der die Heldin ihren Schöpfer traf, wurde ein Gedicht von Richard Huelsenbeck eingewoben, mitsamt einigen anderen dadaistischen Elementen. Das war Product Placement, und es sollte nach Meinung des Schriftstellers offen diskutiert werden, was in diesem Bereich bereits an der Tagesordnung ist. Dada ist sicherlich eine Bereicherung – aber will man Bücher lesen, in die sich Google und McDonald's eingekauft haben? Oder aus denen heraus auf diese Unternehmen verlinkt wird? Weder Handyromane noch Romane im Allgemeinen sollten, so die Forderung, zum Spielball von Interessen und zum Fastfood werden. Das Projekt wurde in verschiedenen Publikationen erwähnt und bei einem Vortrag im Cabaret Voltaire (in den eine Lesung integriert war) am 23. Februar 2010 vorgestellt. Der Roman selbst ist nicht mehr auf dem Markt verfügbar. 



Dada

Abb.: Der dritte Roman der Serie

Weitere Romane

Der erste Lucy-Luder-Roman wurde 2007 veröffentlicht, zuerst im Eigenverlag, 2008 dann bei cosmoblonde (Berlin) und bei Blackbetty (Wien), und hat für Aufsehen in den Medien gesorgt und zu einer Rezeption in der Germanistik geführt.

studiVZ

Abb.: Der erste Lucy-Luder-Roman

Bereits für dieses Cover war die damalige österreichische Studentin Dina Prodinger verantwortlich. Auch die beiden anderen hat sie gezeichnet. Heute macht sie mit eigenen Kunstprojekten auf sich aufmerksam, wie dieses Video zeigt.

Professor

Abb.: Der zweite Lucy-Luder-Roman

Die Einbindung in ein postdadaistisches Projekt war Oliver Bendel besonders wichtig. Im Alter von 17 Jahren radelte er von seinem Heimatort nach Zürich - und wollte unbedingt ins Cabaret Voltaire hinein. Das war aber geschlossen und hat erst viele Jahre später wieder aufgemacht. Dada feierte - wir feierten mit!